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Island – eine Rundreise auf der Ringstraße

Pagageitaucher

Einzigartige Natur und lebendiger Vortrag zog alle in ihren Bann

Im gut gefüllten Veranstaltungsraum des Quartierszentrum referierte in der jüngsten Monatsversammlung der Nachbarschaft Lemgo Süd Frau Dr. Marlen Grote über eine erlebnisreiche Familienreise der besonderen Art. Ziel war im vergangen Sommer Island, die raue und gleichzeitig bezaubernde Insel am Polarkreis im Nordatlantik. Sie ließ die Anwesenden in Wort und Bild die Reise quasi miterleben.

Mit einem schon etwas betagten Geländewagen ging es erst einmal von Lemgo zur Nordspitze Dänemarks. Von dort mit der Fähre in 48 Stunden über die Färöer- Inseln nach Seyðisfjörður an der Ostseite Islands. 48 Stunden, die bei nicht optimalem Wetter durchaus herausfordernd sein können.

Die Familie hatte sich für die Route im Uhrzeigersinn um die Insel entschieden. Viele der bekannten Sehenswürdigkeiten liegen im Süden und eine Anzahl von ihnen wollte man am Anfang der drei Wochen zeitnah besuchen. Die Reise war gut geplant, die Quartiere gebucht, Zeitreserven einkalkuliert, Überraschungen brachten sie nicht aus dem Tritt.  Das Wetter war eher eine Wundertüte, die Regen, Wind und Nebel in fast allen Variationen, aber durchaus auch Sonne enthielt.

Entsprechende Ausrüstung und Kleidung ist für eine solche Tour sinnvoll. Ein Islandpullover ist nicht nur schön anzusehen, sondern wärmt auch.

Die Reise führte entlang an schroffen Felswänden, Stränden mit schwarzem Sand und einer Menge Wasserfälle. Das Fahren im Nebel war eine Herausforderung, doch dann passierte es wieder, dass der Nebel aufbrach und wunderbare Aussichten freigab. Beeindruckende Wolkenwände schoben sich über die Berge, hohe Wellen schlugen an den felsigen Strand, Eisberge lagen in einer Lagune im Sonnenlicht und heiße Quellen fanden sich inmitten faszinierender Landschaft. Eine Zeit nachdem sie eine Brücke passiert hatten, beschädigte ein Gletscherlauf diese schwer. Dr. Grote zeigte auf, wie die Isländer auf solche Situationen reagieren und vor allem in welch kurzer Zeit die Strecke wenn auch provisorisch wieder freigegeben wird.

Sie zeigte eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, so auch den Svartifoss – einen Wasserfall vor einer Felswand aus Basaltsäulen. Der Weg führte durch kleine Orte wie Skógar – 25 Einwohner, wahrscheinlich deutlich mehr Pferde. Man stand in der Gischtwolke des Wasserfalls Skógafoss und war bei Wanderungen bemüht, die Wege nicht zu verlassen, denn die Vegetation braucht ewig, um sich wieder zu erholen. So ist den auch der stark gestiegene Tourismus nicht nur positiv für die Insel zu sehen. Aber nicht nur Natureindrücke vermittelte sie; als Historikerin durfte ein Besuch im kleinen Museum in Skógar nicht fehlen und an diesem sowie der Landesgeschichte ließ sie auch die Anwesenden teilhaben. Nahe dem Dorf gibt es etwas, was man in Island so gar nicht mehr erwartet – Wald. Wenn auch nur überschaubar, aber dennoch einen Spaziergang wert. Dann der nächste Wasserfall, diesmal der Seljalandsfoss, und diesmal hinter dem Wasserfall her gehen. Ein Hoch auf die Regenjacke.

Als begeisterte Reiterin von Islandpferden durfte ein Ausritt ebenso nicht fehlen wie ein Erfahrungsaustausch mit Eigentümerinnen der heimischen Pferde. Über 60.000 Pferde leben auf Island und stellen neben 460.000 Mutterschafen und 80.000 Rindern einen wichtigen Teil der isländischen Landwirtschaft und Tierzucht dar.

Dr. Marlen Grote ging auch auf die verschiedenen Unterkünfte während der Fahrt ein, darunter auch ein Haus mit einer eigenen heißen Quelle.

Heiße Quellen und Vulkane waren natürlich vielfältige Besuchsziele, ebenso wie Stromschnellen und Wasserfälle in fast allen Variationen. Sie nahm die Gäste des Abends mit zum historischen Thingplatz Þingvellir, führte sie bildlich durch Reykjavík, der Hauptstadt des Landes, ebenso wie durch die Lavahöhle Víðgelmir.  An der Westspitze Islands bot sich der Familie aus dem Lipperland dann doch einmal wirkliches Bilderbuchwetter. Sogar ein Strandtag wurde eingelegt, allerdings bei überschaubaren Temperaturen.

Für diejenigen die eine Islandreise ins Auge gefasst haben, gab sie den Ratschlag: „Tanke nicht, wenn du musst, sondern wenn du kannst.“ Den insbesondere im Norden des Landes sind die Abstände zwischen den Tankstellen erheblich.

Ein weiterer Tipp von ihr für sparsame LipperInnen: Das Naturbad am See Mývatn im Norden des Landes kann es durchaus mit der berühmten Blauen Lagune aufnehmen, ist aber deutlich günstiger.

Am Hafen von Húsavík besuchte man das Walmuseum, echte Wale sah man schon während der Überfahrt und verschiedentlich direkt von der Ringstraße oder der Felsküste. Deutlich geringer der Abstand von Basstölpeln, noch kleiner der zu Papageitauchern. Letztere kamen an bestimmten Plätzen fast in Reichweite zu den Touristen. Entsprechend waren auch die präsentierten Fotos.

Im Fährhafen an der Ostküste Islands wieder angekommen klang eine wundervolle Reise aus. Über die Färöer ging die Fahrt bei leidlich gutem Wetter wieder zurück zur Nordspitze Dänemarks. Nach über 3.000 km Fahrt mit dem alten Geländewagen, einigen Kilometer auf den Rücken der Islandpferde, so mancher Wanderung und über 3300 km auf See erreichte die Familie mit einem großen Sack voller Erinnerungen wieder die Lippische Heimat.

Abschließend dankte Moderator Karl-Heinz Mense im Namen aller Anwesenden Dr. Marlen Grote für einen wunderbaren und sehr informativen Vortrag sowie für die Informationen auf interessierte Fragen.

 

Foto(C) Dr. Marlen Grote

Papageitaucher an Islands Küste

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